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Die Hausarztpraxis in Zeiten der Pandemie

Die Verunsicherung ist groß. Jeden Tag werden neue Zahlen veröffentlicht, neue Handlungsanweisungen gegeben und neue Vorschriften erlassen. In der Hausarztpraxis hat sich in der Arbeitsweise dadurch vieles verändert.

Zunächst werden außerhalb der Praxis alle Patienten mit Erkältungssymptomen durch Plakate gebeten, nicht in die Praxis zu kommen, sondern sich telefonisch zu melden. Die Patienten vor Ort werden erst durch eine Glasscheibe getrennt genau nach ihren Symptomen befragt und erst nach einer Risikoabschätzung und einer Temperaturkontrolle in das Wartezimmer gelassen.

Jetzt folgt die nächste Überraschung, das Wartezimmer ist fast leer. Alle normalen verschiebbaren Termine wie zum Beispiel Vorsorgeuntersuchungen sind abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Je weniger Patienten im Wartezimmer sitzen, desto weniger könnten sich im Infektionsfall anstecken.

Muss ein Patient mit Symptomen doch in der Praxis erscheinen, wird er sofort mit einem Mundschutz versorgt und in einen abgetrennten Raum gebracht. Dort erfolgt eine Untersuchung durch den Arzt, welcher ebenfalls Schutzkleidung (soweit noch vorhanden) trägt.

Die Patienten, die wieder nach Hause geschickt wurden, werden telefonisch beraten. Es werden Rezepte und Krankschreibungen per Post nach Hause geschickt.

Fast alle haben Verständnis für diese Maßnahmen, einzelne sind unbelehrbar, müssen sich aber doch in diesen Tagen fügen. Es zeigt sich wie so häufig, wer am lautesten ruft, ist meistens am wenigsten krank.

Ergibt sich jedoch der Verdacht auf eine Corona-Infektion, so werden diese Patienten über das Gesundheitsamt bei den Testzentren in Gütersloh oder Bielefeld angemeldet.

Sie erhalten von dort dann einen Termin für einen Abstrich, dessen Ergebnis dann in 1-2 Tagen vorliegt. Bis dahin gilt eine häusliche Quarantäne, aber auch diese Kriterien ändern sich jeden Tag. Aktuell sind in Ostwestfalen nur geringe Fallzahlen zu erkennen, diese vor allem bei Reiserückkehrern und deren Familien. Eine großflächige Ansteckung liegt noch nicht vor, was sich aber jeden Tag ändern kann.           

Um für unsere Patienten da zu sein, haben wir ein Notfalltelefon eingerichtet, welches auch außerhalb der Sprechzeiten und am Wochenende einen ärztlichen Kontakt ermöglicht. Die Nummer hängt in der Praxis aus und ist auf unserer Internetseite www.praxis-fleiter.de veröffentlicht. Bitte nutzen Sie diese Nummer nur in dringlichen Fällen, auch unsere Ressourcen sind begrenzt. Vielen Dank dafür.

Bleiben Sie gesund!

Ihr Dr. Jörn Fleiter

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